Unsere Chronik

Die Spielmannszugbewegung im WTV ist fast so alt wie der Verein selbst. Das Gründungsdatum läßt sich leider nicht mehr genau zurück verfolgen. Fest steht aber, dass der Kreis der Musizierenden sehr klein war. Ursprünglich waren es nur vier Spielleute, zwei Tamboure und zwei Hornisten.

Von 1910 bis zum Ausbruch des Krieges wurde der inzwischen etwas größere, aber noch ohne Lyren und große Trommel spielende Spielmannszug, von einem Bataillonstambour geleitet. Der Werftbesitzer Christian Kolbe hatte die Musikinstrumente gestiftet. Er war es auch, der nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1922 erneut den Verein mit Musikinstrumenten ausrüstete.

Von 1923 bis 1928 leitete Hans Schulz und danach Albert Pirisch den Spielmannszug. Im Jahre 1931 gelang es, abermals durch Unterstützung von Christian Kolbe, einen Knabenspielmannszug aufzustellen. Sein Leiter war Gustav Delfs.

Das Spielmannswesen, das sich bis Mitte der 30er Jahre so erfreulich entwickelt hatte, wurde auch ein Opfer der Nationalsozialistischen Gleichschalterei.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde umgehend die Aufstellung eines neuen Korps angestrebt. Mit Rudolf Schreiter wurde 1950 das Spielmannswesen zu neuem Leben erweckt. In dieser Zeit stießen Walter und Gerhard Pagel hinzu, die schnell die tragenden Säulen in der Musikbewegung des Wellingdorfer Turnvereins wurden.

Der große Auftritt des Spielmannszuges war anläßlich der Einweihung unseres Sportplatzes „Oberer Radsredder“ am 27. Mai 1951. Danach wuchs der Spielmannszug schnell zu einer beachtlichen Größe heran. 1953 wurde er Instrumental um Fanfaren verstärkt, wobei für bestimmte Musikstücke sogar noch Ventilfanfaren angeschafft wurden.

1953 war auch das Jahr, in dem von Walter und Gerhard Pagel ein Schülerkorps gegründet wurde. Hier wurde der spätere Nachwuchs für das Männerkorps herangebildet. Anfänglich gab es keine Nachwuchssorgen für das Männerkorps; sie tauchten erst Anfang der 60 er Jahre auf, als eine große Anzahl von Spielleuten zur Bundeswehr einberufen wurde. Aber auch das Schülerkorps geriet langsam in personelle Schwierigkeiten. Das war Veranlassung, ab 1965 auch Mädchen in den Spielmannszug aufzunehmen. Die Begeisterung war groß und heute kann man feststellen, dass ohne Mädchen ein Spielmannszug nicht mehr denkbar wäre.

Mitte der 50er Jahre stieß Gustav Delfs wieder zu den Spielleuten. Anfänglich konzentrierte er sich auf die Einstudierung des „Großen Zapfenstreiches“, dann übernahm er zusammen mit Gerhard Pagel die Flötenausbildung, und schließlich war es eine zwangsläufige Folge, auch dem Spielmannszug als Obmann vorzustehen.

Dieses Amt bekleidete er bis 1964. Aus gesundheitlichen Gründen nahm er Abschied von seinem geliebten Hobby und legte das Amt in die jüngeren Hände von Walter Pagel. Ihm stand fortan Harald Preuß, als 2. Obmann der Musikabteilung, zur Seite. Mit der Neufassung der Satzung ist dieses Amt 1976 entfallen.

In die Ära von Gustav Delfs fiel 1962 die erste Deutschlandfahrt, die über Offenbach bis zur Insel Mainau führte. Ihr folgten in den Jahren 1965, 1969, 1977, 1980, 2002, 2004 und 2006 weitere Fahrten quer durch Deutschland und auch in das benachbarte Österreich und nach Italien. Organisator der 2. Fahrt war Adolf Rose, und die folgenden Fahrten lagen in der Verantwortung von Harald Preuß (bis 1980), Marion Klütsch (2002), Markus Porsch (2004) und Marion / Jörg Klütsch (2006).

Im Jahre 1968 waren es abermals Walter und Gerhard Pagel, die für eine musikalische Neuerung sorgten. Sie bauten mit viel Schwung ein Turnblasorchester auf, dass bereits 1970 bei der Elmschenhagener Gilde den ersten großen Auftritt hatte. Ein Jahr später stellte es sich einem Musikwettstreit in Husum und errang den 2. Platz. Ein gleich großer Erfolg gelang in der Ostseehalle, wo aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der Gemeinschaft DJK ein Musikfest veranstaltete. Es scheint so, als ob der zweite Platz gepachtet ist, denn 1974 und 1975 bei einem Musikwettstreit in Neumünster und Elmshorn wurde er abermals errungen, diesmal allerdings in der Mittelstufe.

Die Jahre des Aufbaus des Blasorchester erforderten viel Zeit. Zwangsläufig geriet die Betreuung des Spielmannzuges ins Hintertreffen. Ja, es trat sogar die Situation ein, dass der Spielmannszug sich aufzulösen drohte. Da griffen 1973 Harald und Norbert Preuß die Initiative und brachten neuen Schwung in die Spielmannsbewegung. 1975 konnte der Spielmannszug sich auch in Elmshorn dem Musikwettstreit stellen und auf Anhieb einen beachtlichen 2. Platz erreichen.

1976 trat Walter Pagel vom Amt des Obmanns der Musikabteilung aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger wurde Willi Reiher, der bereits zwei Jahre später das Amt zur Verfügung stellte. Sein Nachfolger wurde 1978 Norbert Preuß. 1996 hat Marion Klütsch das Amt des Obmanns (Obfrau) übernommen, das sie 2002 an Markus Porsch abgegeben hat. In der Zeit von 2004 bis 2006 war Stefan Schwark Obmann des Spielmannszuges, der wiederum das Amt an Jörg Klütsch abgegeben hat.

Dank der guten Aufbauarbeit von Norbert Preuß konnte der Spielmannszug auf dem Landesturnfest 1975 in der Unterstufe einen beachtlichen zweiten Rang erspielen. Auch das Blasorchester stellte sich dem Wettstreit und erreichte in der Mittelstufe bei starker Konkurrenz einen zweiten Platz.

Trotz dieser Erfolge gelang es nicht, das Blasorchester zahlenmäßig weiter auszubauen. So mancher Einsatz stand vor unüberbrückbaren Schwierigkeiten und mußte sogar auch abgesagt werden. Hoffnungsvoll blickten die Ausbilder auf das Jahr 1978, erreichten aber nicht in vollem Umfang das gesteckte Ziel. Doch 1980 wußten die Ausbilder Walter und Gerhard Pagel zu berichten, dass das gesteckte Ziel, mit 23 Musikern ein Repertoire von 23 Musikstücken vertragen zu können, erreicht worden ist. Im Folgejahr hatte sich das Orchester stabilisiert und nahm am Landestreffen des Schleswig-Holsteinischen Volksmusikbundes in Kaltenkirchen teil, stellte sich dem Wertungsspiel und erhielt eine befriedigende Note.

Die Schwierigkeiten, das Blasorchester spielfähig zu halten, wurde immer größer. 1983 traten eine Reihe von Musikern aus dem Verein aus, so dass Gerhard Pagel sich nicht mehr in der Lage sah, Spieleinsätze anzunehmen. Als 1984 weitere 5 Musiker aus dem Orchester austraten, mußte es leider aufgelöst werden.

Der Spielmannszug lebte aber bis zum heutigen Tage fort und hofft, dass er auch in Zukunft allen Großen und Kleinen noch viel Freunde mit der Musik machen kann.

Quelle: Jubiläumsschrift zur 100jährigen Feier des WTV`s
Üben

Üben ist jeden Mittwoch

von 17:30 bis 20:00 Uhr

Termine

Fr. 19.10.2018 Laternumzug Wellingdorf
Abmarsch: 19Uhr Tilsiter Platz

Sa. 20.10.2018 Laternumzug Feuerwehr Laboe
Abmarsch: 18Uhr

Fr. 26.10.2018 Laternumzug Tökendorf
Abmarsch: 18Uhr

Fr. 02.11.2018 Laternumzug TVL-Laboe
Abmarsch: 17:30Uhr

Sa. 03.11.2018 Laternumzug Russee
Abmarsch: 18Uhr

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